Aktuelles

2026

Ganz neu: PaludiBörse online

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Biomasse leicht suchen und finden

11/03/2026 Angebot und Nachfrage zu Biomasse aus Paludikulturen bringt die neue Onlineplattform PaludiBörse jetzt zusammen. Sie schafft Transparenz über verfügbare Rohstoffe, Bedarfe und regionale Potenziale für Anbieter und Abnehmer.
Die nachhaltige Nutzung von Biomasse aus wiedervernässten Mooren – also Paludikultur – spielt eine zentrale Rolle für den Klima- und Biodiversitätsschutz. Gleichzeitig ist es in der Praxis oft nicht leicht, passende Partner*innen für Vermarktung oder Verarbeitung zu finden. Die PaludiBörse, entstanden im Rahmen der toMOORow-Initiative und dem Verbundprojekt PaludiAllianz, hilft dabei, diese Lücke zu schließen. Landwirt*innen können ihre verfügbaren Rohstoffe sichtbar machen, Unternehmen gezielt nach geeigneten Qualitäten suchen. Die Plattform erleichtert Vernetzung, reduziert Suchaufwand, schafft Markttransparenz und erleichtert den Aufbau regionaler Lieferketten. Ein Schritt, durch den die nasse Nutzung von Mooren wirtschaftlich tragfähig und ein Beitrag zu Klima- und Biodiversitätsschutz geleistet werden kann.

Leidissoo-Moor in Estland

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Wieder nass!

18/02/2026 Im Dezember 2025 konnten die letzten Bauabschnitte der Wiedervernässung von Leidissoo-Moorkomplex im Nordwesten Estlands erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Film (United for Peatland Protection: Restoration of Estonia’s Leidissoo Peatland) gibt Einblicke in die Umsetzung des Projekts.

Das 2022 gestartete Vorhaben ging nach umfassender Planung- und Genehmigung im Frühjahr 2025 in die Umsetzungsphase über. Die Wiederherstellungsmaßnahmen umfassten das Schließen von rund 100 Kilometern Entwässerungsgräben durch den Bau von mehr als 500 Dämmen. Ziel der Maßnahmen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt des Moores wiederherzustellen und damit die ökologischen Funktionen des Ökosystems langfristig zu sichern – insbesondere auch die Klimawirkung. Bereits während der Umsetzung auf einer Fläche von über 800 Hektar waren – begünstigt durch einen außergewöhnlich nassen Sommer – erste Erfolge unmittelbar sichtbar.

Wie geht es weiter?
Im Frühjahr 2026 wird das Forstverwaltungszentrum Estland (RMK) nach der Schneeschmelze und dem Abklingen des Frühjahrshochwassers eine erste Einschätzung des Erfolgs der Wiedervernässung vornehmen. Anschließend folgt ein langfristig angelegtes Monitoring, das die hydrologische und ökologische Entwicklung der wiedervernässten Flächen systematisch erfasst.

Das Leidissoo-Moor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt naturnaher Moorökosysteme. Die Wiedervernässung leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen aus Moorböden und damit zum Klimaschutz.

Das Schutzgebiet umfasst drei Moorkomplexe – Leidissoo, Sendrisoo und Musa – und vereint alle Moortypen , die für den Westen Estlands typisch sind: Niedermoore, Übergangsmoore und Hochmoore. Es ist artenreich und Lebensraum für seltene Vogel- und Pflanzenarten wie Steinadler, Seeadler, Auerhuhn, Sumpf-Weichorchis, Sparrige Binse und Braunes Schnabelried. Sein besonderer Wert liegt in der Größe des Gebiets und dem Reichtum an Moor- und Waldlebensräumen.

Das beispielhafte Projekt zeigt, dass auch privat finanzierte Klimaschutzprojekte – wie dieses der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, PlanBe, HIT Umweltstiftung und RMK – einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele leisten können.

Paludikultur - how to?

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Online-Seminar zu Anbau und Ernte

14/02/2026  Am 26. Februar 2026 bieten FNR und Greifswald Moor Centrum ein weiteres Webinar in der kostenfreien Onlinereihe "Moorbodenschutz und Paludikultur". Von 10.00 – 12.30 Uhr geht es um "Anbau und Erfahrungen mit Paludikulturen: Torfmoose, Nasswiese, Seggen, Rohrkolben".

Inhalt & Fokus

  • Anbau verschiedener Paludikulturen: z. B. Torfmoose, Nasswiesenbiomasse

  • Technik, Pflege, Ernte – Beispiele aus der Praxis

  • Wassersteuerung, maschinelle Bewirtschaftung, Etablierung

  • Verarbeitung von Paludibiomasse (z. B. MoorFasern)

Mit dabei:

  • „Torfmoos-Paludikultur: Erfahrungen aus 20 Jahren Forschung, Entwicklung und Praxis“
    Dr. Greta Gaudig, Universität Greifswald, Projektkoordinatorin MOOSland

  • „Kombinierter Klimaschutz: Landnutzung für MoorFasern – Projekt MooReturn“ Ludwig Bork, Landwirt und Geschäftsführer der Agrotherm GmbH

  • „Erfahrungswerte aus 20 Jahren nasser Bewirtschaftung“

    Frank Havemeyer,Geschäftsführer Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Osterholz e.V.

Besonderheiten

  • Interaktives Format mit Raum für Dialog & Diskussion

  • Ziel: Austausch, Wissenstransfer und sektorenübergreifende Kooperation

  • Einladung an Teilnehmende, eigene Expertise einzubringen und neue Perspektiven zu gewinnen

Zum World Wetlands Day:

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Ein Jahr in Mooren

2. Februar 2026  Zum Internationalen Tags der Feuchtgebiete am 2. Februar kündigt das Greifswald Moor Centrum eine neue Veranstaltungsreihe an: „Ein Jahr in Mooren“. Jeden Monat ermöglicht eine Exkursion Interessierte, die vielfältige Moorlandschaft in und um Greifswald sowie in Vorpommern zu erkunden.

Im Sommer lassen sich die einzelnen Schwerpunkte wie etwa Biodiversität und Nutzungsgeschichte oder Paludikultur im Gelände erleben. In den Wintermonaten werden die Teilnehmenden beim Arbeitseinsatz warm oder sitzen in der gemütlichen Moorbibliothek.

Hier die anstehenden Termine:
Am 7. Februar heißt es Anpacken im Mannhagener Moor. Gemeinsam räumen wir junge Bäume aus dem Moor, um seltene Arten zu schützen. Für die heiße Suppe in der Mittagspause ist gesorgt.
Am 16. März führt die Exkursion zum „Schatz an der Küste“, dem Polder Drammendorf auf Rügen“ mit viel Info über die Renaturierung und aktuelle Forschung in diesem Küstenmoor.
Am 25. April sehen wir ob sich Moorschutz und -nutzung vereinen lassen. Im Polder Bargischow Süd wird auf nasse Bewirtschaftung (Paludikultur) umgestellt.
Am 9. Mai lässt sich der Klang eines Küstenüberflutungsmoor bei der Beobachtung von Brutvögeln auf den Karrendorfer Wiesen erleben. Neben faszinierenden Vogelstimmen erfahren die Teilnehmenden alles zur Nutzungsgechichte und den dortigen Naturschutzmaßnahmen.

Ob naturnah, genutzt, degradiert oder wiedervernässt – die Exkursionen in Gebiete mit ganz unterschiedlichem Zustand und Funktion. Sie richtet sich an alle interessierten Menschen, sind kostenfrei, erfordern jedoch eine Onlineanmeldung.
Alle Information hier: Ein Jahr in Mooren - Greifswald Moor Centrum

Hintergrund: World Wetland Day

Der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) macht seit 1997 jährlich am 2. Februar auf die Bedeutung der Feuchtgebiete, u.a. der Moore, aufmerksam. Am 2. Februar 1971 wurde die Ramsar-Konvention, das internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, verabschiedet. Seit 2021 ist er ein von den Vereinten Nationen anerkannter Internationaler Tag. Durch Verschmutzung, Entwässerung und Landwirtschaft, Brände sowie Überfischung sind Feuchtgebiete, zu denen auch Moore zählen, weltweit bedroht oder bereits zerstört. Dabei sind sie Garanten für Artenvielfalt und Klimaschutz. Sie bieten den Menschen unter anderem Schutz vor Dürre und Überschwemmungen, reinigen Wasser und regulieren das Mikroklima. In Deutschland sind 95 % der früheren Moore entwässert und heute nicht mehr als solche zu erkennen.

Wie keimt Typha?

von Berit Krondorf (Kommentare: 0)

Neue Broschüre

27/01/2026  Andre Jansen wollte herausfinden, wie Typha keimt und was dies für die Zukunft der Paludikultur bedeutet – einer klimafreundlichen Form der Landwirtschaft auf wiedervernässten Mooren. Denn feuchte Landwirtschaft kann zum Schutz der Moore beitragen und gleichzeitig wertvolle Biomasse produzieren!

 
Das Ergebnis: Die Broschüre „The germination of Typha species” ist jetzt online verfügbar! Basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche übersetzt sie ökologisches Wissen in praktische Erkenntnisse für eine nachhaltige Landnutzung und -renaturierung.
 
Fünf wichtige Erkenntnisse:
 
1️⃣ Typha-Arten produzieren enorme Mengen an keimfähigen Samen, wodurch die Aussaat eine vielversprechende und kostengünstige Alternative zum Pflanzen darstellt.
2️⃣ Der Wasserhaushalt ist der entscheidende Faktor: Schwankende Wasserstände beeinflussen die Keimung und die Etablierung der Sämlinge stark.
3️⃣ Typha-Samen keimen unter den richtigen Bedingungen schnell und zuverlässig, insbesondere bei ausreichender Licht- und Temperaturversorgung.
4️⃣ Die Fähigkeit der Arten, dauerhafte Samenbanken zu bilden, ermöglicht eine schnelle Besiedlung nach Wiedervernässung.
5️⃣ Das Verständnis der Keimungsökologie ist für eine erfolgreiche Paludikultur und den Schutz von Mooren unerlässlich.
 
📖 Erfahren Sie mehr in der vollständigen Broschüre