Aktuelles
2026
Fentastisch!
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Förderung für GMC
08/07/2026 Im Rahmen einer auswärtigen Kabinettssitzung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern mit Vertreter*innen der Bundesregierung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bund in Berlin am 7. Juli 2026 haben Bundesumweltminister Carsten Schneider und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen Förderbescheid zum Ausbau der Moorforschung an die Universität Greifswald übergeben. Seit Juli 2026 fördert das Bundesumweltministerium das Forschungsvorhaben mit insgesamt rund 14 Millionen Euro. Die Förderung schafft die Grundlage für die Weiterentwicklung der Moorforschung sowie den Aufbau des Greifswald Moor Instituts (GMI). Mehr in der Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums und der Pressemitteilung der Universität Greifswald.
Paludikultur-Newsletter 2/2026
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Jetzt lesen!
06/07/2026 Die neue Ausgabe des Paludikultur-Newsletters ist raus.
Die Themen dieser Ausgabe:
- Erfrischend: Moore und Bier
- Doppelter Klimavorteil: Moor und PV
- Interview zu Mücken, Moor und Mythen
Weitere Inhalte sind unter anderem: ein neues Infopapier zur Bedeutung von Mooren und Wasserressourcen, Informationen zur aktuellen Workshopreihe für Fachinteressierte und das Aftermovie der Konferenz RRR2025.
Der Newsletter wird vom Projekt PaludiZentrale bereitgestellt und finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).
Mehr Themen und aktuelle Termine im Veranstaltungskalender
Wir sind gerne in Kontakt mit unseren Lesern. Welche Themen können wir im Paludikultur-Newsletter aufnehmen, welches Feedback haben sie an uns? Gerne per E-Mail schreiben an communication@greifswaldmoor.de.
Global Peatlands Initiative
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Partnertreffen in Peru
04/07/2026 Um mehr für die Moore zu erreichen, bemühten sich mehr als 100 Teilnehmer beim jüngsten 4. Partnertreffen der Global Peatlands Initiative (GPI4) in Lima/Peru darum, in einem einem intensiven dreiseitigen Wissensaustausch diese Bereiche miteinander zu verknüpfen:
- Feldforschung in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten,
- jahrzehntelange Arbeit mit lokalen Gemeinschaften
- wachsende Erfahrungen mit Finanzinstrumenten und nationalen politischen Prozessen
Vertreter*innen indigener Völker sowie Regierungsvertreter*innen vieler Länder berichteten über ihre Erfahrungen bei der Integration von Mooren in nationale Rechts-, Planungs- und Überwachungssysteme.
Ergänzt mit traditionellen Tänzen aus Peru und der wunderbaren kulturellen Darbietung von Musikern aus der Demokratischen Republik Kongo – machte das Treffen einen entscheidenden Punkt deutlich: Moore haben eine reiche kulturelle Dimension – sie werden nicht allein durch wissenschaftliche Fakten gerettet, sondern auch durch Kunst, Emotionen und Liebe.
Mitglieder des Greifswald Moor Centrum stellten ihre Arbeit vor zu:
- wissenschaftlichen Ergebnissen der Moorforschung, darunter die „Global Peatland Map“, den „Global Peatland Hotspot Atlas“ und die „Peatland Breakthrough Targets“,
- Instrumenten und Mechanismen zur Unterstützung der Einbindung von Mooren in NDCs und NBSAPs,
- die Europäische Peatlands Initiative,
- Torfbildung und langfristige Kohlenstoffspeicherung,
- sowie zu zentralen Konzepten und Definitionen für die Renaturierung und Wiedervernässung von Mooren.
Das vierte Treffen der Partner der Global Peatlands Initiative in Peru bekräftigte, dass der Schutz von Mooren entscheidend für das Klima, die Artenvielfalt und die Lebensgrundlagen ist. Von der Wissenschaft bis hin zu gemeindebasierten Maßnahmen ermöglichte GPI4 den Partnern, Erfahrungen auszutauschen, Allianzen zu stärken und eine gemeinsame Agenda für diese lebenswichtigen Ökosysteme voranzutreiben. Ihre Beiträge zu einer 10-Jahres-Strategie für die GPI werden in Kürze vorliegen.
Erste Paludi-Summer School
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Torf unter den Fingernägeln, neue Ideen im Kopf
29/06/2026 20 Nachwuchswissenschaftler*innen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, davon viele aus PaludiNetz-Projekten, kamen im Juni für zehn Tage zur ersten Paludikultur Summer School zusammen. Diese wurde organisiert vom Projekt PaludiZentrale, einer Zusammenarbeit zwischen dem Thünen-Institut sowie der Universität Greifswald und der Michael Succow Stiftung, beide Partner im Greifswald Moor Centrum.
Zwischen dem Beginn der Summer School in Braunschweig und dem Ende in Greifswald erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm entlang eines breiten Spektrums paludikulturrelevanter Themen. Den Kern bildeten die Grundlagen organischer Böden, Moorhydrologie, Biodiversität, Treibhausgasmessungen sowie die sozioökonomischen und technischen Aspekte der Paludikultur. Ergänzt wurden die theoretischen Einheiten durch Laborbesuche und Exkursionen, die zahlreiche Gelegenheiten boten, das Gelernte durch Anschauung zu vertiefen oder direkt in die Praxis umzusetzen. Zusätzlich ermöglichte die Postersession einen intensiven Austausch unter den Teilnehmenden, aber auch mit Forschenden des Thünen-Instituts, die an der Präsentation der Forschungsarbeiten teilnahmen (Link zu den Interviews). So verließen die Teilnehmenden die Summer School nicht nur mit Torf unter den Fingernägeln, sondern auch mit vielen neuen Fragen zur optimalen Platzierung von Eddy-Kovarianz-Messtürmen und den Herausforderungen hydraulischer Leitfähigkeitsmessungen.
Die Exkursionen führten zu einer Vielzahl von Standorten innerhalb des PaludiNetzes. Zu den Höhepunkten gehörten der Besuch bei MOOSland mit der Beobachtung einer Torfmoosernte und bei RoNNi, wo die Vorbereitungen für die Pflanzung von Rohrkolben in vollem Gange waren. Ergänzt wurde dieses durch die Schilfkulturen des Projekts PaludiMV und einem etablierter Rohrkolben-Anbaustandort in Neukalen sowie mehrere Flächen des Moorboden-Monitorings (MoMoK). Den Abschluss bildete ein naturnahes Niedermoor im Peenetal, ein potenzieller zukünftiger Lebensraum für Umsiedlungsmaßnahmen des Seggenrohrsängers. Die Exkursionen machten die Inhalte aus Seminarraum und Labor greifbar und zeigten die Vielfalt der Ansätze, die derzeit im Bereich der Paludikultur entwickelt und erprobt werden.
Neben dem fachlichen Programm blieb viel Raum für lebhafte Diskussionen, interaktive Spiele, Rollenspiele zum Perspektivwechsel, einen Besuch der Moorbibliothek sowie zahlreiche gemeinsame Aktivitäten. Darüber hinaus wurden die Teilnehmenden eingeladen, kreativ über die Zukunft der Paludikultur nachzudenken und ihre Hoffnungen, Träume und Visionen für mögliche „Paludi Futures“ zu teilen. Die Ideen reichten von innovativen Wertschöpfungsketten für Paludi-Biomasse mit magischen Sortiermaschinen über groß angelegte, immersive Paludikultur-Parks und revolutionäre lokale Infrastrukturen bis hin zur stärkeren Verankerung der Paludikultur im gesellschaftlichen Bewusstsein mit der „Paludi-Barbie“ in Watstiefeln. Andere Visionen betrachteten die Zukunft der Moore sogar aus der Perspektive einer Libelle. Auf ihre Weise war die Summer School damit selbst ein erster Schritt in Richtung dieser Zukunftsvisionen. Durch das Zusammenbringen von Fachwissen, Neugier und Leidenschaft aus unterschiedlichen Universitäten, Organisationen und Ländern entstanden neue Netzwerke, frische Ideen und spannende Kooperationen. Es wurden Freundschaften geschlossen, Perspektiven erweitert und eine neue Generation von Moorfachleuten ging mit neuer Motivation und Optimismus für die zukünftige Entwicklung der Paludikultur zurück nach Hause.
Wer von Dürre spricht, muss über Wasser reden
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Neues Informationspapier des GMC
28/06/2026 Nasse und wiedervernässte Moore leisten einen wichtigen Beitrag, um Landschaften widerstandsfähiger gegenüber zunehmenden Trockenperioden und Extremwetterereignissen zu machen. Zwar bleiben die Niederschlagsmengen insgesamt ähnlich wie bislang, aber sie sind ungleicher verteilt. Extremwetterereignisse wie Starkregen und lange trockene Perioden nehmen zu.
Wie Moore den Landschaftswasserhaushalt regulieren, welche Faktoren ihre Wasserspeicherfähigkeit bestimmen und welche Rolle Wiedervernässung für Hochwasser- und Klimaschutz spielt, wird in einem aktuellen Infopapier näher erläutert. Darin wird auch aufgezeigt, unter welchen Bedingungen Wiedervernässung erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Herausforderungen bestehen.
Für den Klimaschutz ist die Wiedervernässung zentral: Um das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2045 zu erreichen, müssten jährlich etwa 80.000 Hektar Moor wiedervernässt werden. Entscheidend ist dabei insbesondere der Rückbau künstlicher Entwässerungssysteme.








