Aktuelles
2026
Moore in British Columbia
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Kohlenstoff-Riesen versteckt unter Regenwald
10/04/2026 Moore gelten als bedeutende Kohlenstoffspeicher – doch ihre Rolle innerhalb von Regenwaldökosystemen wurde bislang wenig untersucht. Eine neue Studie von Forschenden des Greifswald Moor Centrum liefert nun aufschlussreiche Ergebnisse aus den temperaten Regenwäldern der kanadischen Pazifikküste.
Im Rahmen einer Expedition untersuchten Hanna Rae Martens und Jürgen Kreyling gemeinsam mit der Organisation Wilderness International geschützte Gebiete in British Columbia. Ziel war es, die Verbreitung von Mooren sowie deren Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung innerhalb der Regenwaldlandschaften zu analysieren.
Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Obwohl Moore nur etwa fünf Prozent der untersuchten Region bedecken – vermutlich eine Unterschätzung –, speichern sie rund 20 Prozent des gesamten Kohlenstoffs dieser Ökosysteme. Damit leisten sie einen überproportional großen Beitrag zum Klimaschutz.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung dieser bislang wenig beachteten Ökosysteme und eröffnet neue Perspektiven für Forschung und Schutzmaßnahmen. Weitere Untersuchungen sollen künftig das Kohlenstoffspeicherpotenzial dieser Moore noch genauer erfassen.
Die Publikation ist unter folgendem DOI abrufbar: 10.1038/s41598-026-44791-z
Paludikultur - wer, was, wo?
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Studie analysiert 146 Projekte in Deutschland
27/03/2026 Das neue Paper „Die Entwicklung der Projektlandschaft zur Paludikultur – Eine Übersicht und Analyse in Deutschland“ zeigt: Von den insgesamt 146 betrachten Projekten aus den vergangenen 25 Jahren starteten erste Vorhaben bereits in den 1990er Jahren – noch bevor der Begriff „Paludikultur“ 1998 geprägt wurde. Mehr als 75 % aller Projekte wurden jedoch in den letzten zehn Jahren umgesetzt, was den wachsenden Stellenwert des Themas unterstreicht.
Die meisten Projekte finden sich in den moorreichen Bundesländern. Mecklenburg-Vorpommern (44 Projekte) und Niedersachsen (41 Projekte) führen die Liste an. Die Themenvielfalt dabei ist groß: Besonders in den Jahren 1995 bis 2010 standen Pflanzenbau und Verwertung im Fokus. Betriebswirtschaftliche Aspekte wurden meist begleitend untersucht, während Fragen zu Planung und Genehmigung bisher unterrepräsentiert sind.
Viele Projekte konzentrieren sich auf spezifische Landnutzungs- und Verwertungsoptionen – etwa Torfmoose und Rohrkolben für die Substratherstellung oder Rohrkolben und Schilf als Baustoff. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Projekte, die sich mit einer breiten Palette an Nutzungsmöglichkeiten beschäftigen.
Neben der Publikation in der GMC-Schriftenreihe liegt die vollständige Liste der 146 Projekte als offene Excel-Datei für weitere Arbeiten zum Download bereit. Interessierte können die Autor*innen zudem mit Vorschlägen für weitere Projekte kontaktieren.
Ganz neu: PaludiBörse online
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Biomasse leicht suchen und finden
11/03/2026 Angebot und Nachfrage zu Biomasse aus Paludikulturen bringt die neue Onlineplattform PaludiBörse jetzt zusammen. Sie schafft Transparenz über verfügbare Rohstoffe, Bedarfe und regionale Potenziale für Anbieter und Abnehmer.
Die nachhaltige Nutzung von Biomasse aus wiedervernässten Mooren – also Paludikultur – spielt eine zentrale Rolle für den Klima- und Biodiversitätsschutz. Gleichzeitig ist es in der Praxis oft nicht leicht, passende Partner*innen für Vermarktung oder Verarbeitung zu finden. Die PaludiBörse, entstanden im Rahmen der toMOORow-Initiative und dem Verbundprojekt PaludiAllianz, hilft dabei, diese Lücke zu schließen. Landwirt*innen können ihre verfügbaren Rohstoffe sichtbar machen, Unternehmen gezielt nach geeigneten Qualitäten suchen. Die Plattform erleichtert Vernetzung, reduziert Suchaufwand, schafft Markttransparenz und erleichtert den Aufbau regionaler Lieferketten. Ein Schritt, durch den die nasse Nutzung von Mooren wirtschaftlich tragfähig und ein Beitrag zu Klima- und Biodiversitätsschutz geleistet werden kann.
Leidissoo-Moor in Estland
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Wieder nass!
18/02/2026 Im Dezember 2025 konnten die letzten Bauabschnitte der Wiedervernässung von Leidissoo-Moorkomplex im Nordwesten Estlands erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Film (United for Peatland Protection: Restoration of Estonia’s Leidissoo Peatland) gibt Einblicke in die Umsetzung des Projekts.
Das 2022 gestartete Vorhaben ging nach umfassender Planung- und Genehmigung im Frühjahr 2025 in die Umsetzungsphase über. Die Wiederherstellungsmaßnahmen umfassten das Schließen von rund 100 Kilometern Entwässerungsgräben durch den Bau von mehr als 500 Dämmen. Ziel der Maßnahmen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt des Moores wiederherzustellen und damit die ökologischen Funktionen des Ökosystems langfristig zu sichern – insbesondere auch die Klimawirkung. Bereits während der Umsetzung auf einer Fläche von über 800 Hektar waren – begünstigt durch einen außergewöhnlich nassen Sommer – erste Erfolge unmittelbar sichtbar.
Wie geht es weiter?
Im Frühjahr 2026 wird das Forstverwaltungszentrum Estland (RMK) nach der Schneeschmelze und dem Abklingen des Frühjahrshochwassers eine erste Einschätzung des Erfolgs der Wiedervernässung vornehmen. Anschließend folgt ein langfristig angelegtes Monitoring, das die hydrologische und ökologische Entwicklung der wiedervernässten Flächen systematisch erfasst.
Das Leidissoo-Moor ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und spielt eine zentrale Rolle für den Erhalt naturnaher Moorökosysteme. Die Wiedervernässung leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO₂-Emissionen aus Moorböden und damit zum Klimaschutz.
Das Schutzgebiet umfasst drei Moorkomplexe – Leidissoo, Sendrisoo und Musa – und vereint alle Moortypen , die für den Westen Estlands typisch sind: Niedermoore, Übergangsmoore und Hochmoore. Es ist artenreich und Lebensraum für seltene Vogel- und Pflanzenarten wie Steinadler, Seeadler, Auerhuhn, Sumpf-Weichorchis, Sparrige Binse und Braunes Schnabelried. Sein besonderer Wert liegt in der Größe des Gebiets und dem Reichtum an Moor- und Waldlebensräumen.
Das beispielhafte Projekt zeigt, dass auch privat finanzierte Klimaschutzprojekte – wie dieses der Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum, PlanBe, HIT Umweltstiftung und RMK – einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung von Ökosystemen und zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele leisten können.
Paludikultur - how to?
von Berit Krondorf (Kommentare: 0)
Online-Seminar zu Anbau und Ernte
14/02/2026 Am 26. Februar 2026 bieten FNR und Greifswald Moor Centrum ein weiteres Webinar in der kostenfreien Onlinereihe "Moorbodenschutz und Paludikultur". Von 10.00 – 12.30 Uhr geht es um "Anbau und Erfahrungen mit Paludikulturen: Torfmoose, Nasswiese, Seggen, Rohrkolben".
Inhalt & Fokus
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Anbau verschiedener Paludikulturen: z. B. Torfmoose, Nasswiesenbiomasse
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Technik, Pflege, Ernte – Beispiele aus der Praxis
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Wassersteuerung, maschinelle Bewirtschaftung, Etablierung
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Verarbeitung von Paludibiomasse (z. B. MoorFasern)
Mit dabei:
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„Torfmoos-Paludikultur: Erfahrungen aus 20 Jahren Forschung, Entwicklung und Praxis“
Dr. Greta Gaudig, Universität Greifswald, Projektkoordinatorin MOOSland -
„Kombinierter Klimaschutz: Landnutzung für MoorFasern – Projekt MooReturn“ Ludwig Bork, Landwirt und Geschäftsführer der Agrotherm GmbH
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„Erfahrungswerte aus 20 Jahren nasser Bewirtschaftung“
Frank Havemeyer,Geschäftsführer Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Osterholz e.V.
Besonderheiten
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Interaktives Format mit Raum für Dialog & Diskussion
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Ziel: Austausch, Wissenstransfer und sektorenübergreifende Kooperation
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Einladung an Teilnehmende, eigene Expertise einzubringen und neue Perspektiven zu gewinnen








